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Grillsaison, Berlin, Bratmaxe, Bio-Grillwürstchen, Öko-Test, Bio-Ketchup

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Neulich war ich bei einem Kindergeburtstag im Volkspark Friedrichshain in Berlin . Es wurde gegrillt. Wie sich das für LOHAS gehört mit Bio-Würstchen und Bio-Ketchup. Die Biowürstchen waren von Meica (Bratmaxe) und der Ketchup von Heinz. Da wollte ich genauer wissen, wie weit es denn hier her ist mit „Bio“ im Grillfleisch und der Tomatensauce.

 

Geschrieben von: Gila Hanf

Die Meica Grillwürstchen „Bratmaxe“ trugen das Siegel „Öko-Test - sehr gut“. Auf der Internetseite trägt der entsprechende Test vom 20. Oktober 2003 den bezeichnenden Titel „Noch Mal Schwein gehabt “. Die darin enthaltene Nachricht für Liebhaber knackiger Grillwürste: Alle 25 getesteten Produkte bestehen „zum Großteil“ aus schierem Muskelfleisch vom Schwein. Die schlechte Botschaft: Sechs waren in puncto Keime, Bakterien oder Hefen nicht in Ordnung. Dabei wurden 25 abgepackte Bratwurstsorten, darunter auch ein Bio-Produkt, in den Laboren überprüft. Im Ergebnis bekamen 13  Würstchensorten das Prädikat "sehr gut" neun „gut“ ein Produkt "befriedigend" und eines "ausreichend". Wichtigstes Qualitätsmerkmal für eine Grillbratwurst nach dem Öko-Test ist der Anteil an schierem Muskelfleisch. Davon enthalten 24 von 25 Proben sogar mehr als 80 Prozent, was hier als Spitzenqualität gilt. Die Herkunft des Schweinefleischs spielt bei diesem Test gar keine Rolle. Ob die Produkte die Anforderungen an das EG-Bio-Siegel erfüllen ist dafür demnach unerheblich. Ein schwacher Trost: Zentrales Nervengewebe wies das beauftragte Labor in keiner Grillwurst nach. Bei diesem Material besteht die Gefahr, dass es BSE-Erreger enthält. Beim Aroma ihrer Bratwürste haben einige Hersteller etwas nachgeholfen. Stecken mehr als 500 mg/kg in einer Wurstprobe, muss davon ausgegangen werden, dass Glutamat als Geschmacksverstärker zugesetzt wurde. Bei empfindlichen Menschen können Geschmacksverstärker zu Kopfschmerzen führen. Negativer Spitzenreiter ist die Meister Blumberg´s Rostbratwurst nach Nürnberger Art mit 1167 mg/kg. Solche Stoffe wären bei Produkten mit dem EG-Bio-Siegel nicht zulässig. Ich nehme an, die Meica-Würtschen würden sich mit dem in Deutschland sechseckigen Siegel schmücken, bekämen sie es.

Anders liegt da wohl die Sache beim Heinz – Bio Ketchup: der trägt das sechseckige Siegel. Welche Regelungen genau dem in Deutschland 6eckigen grünen Bio-Siegel zugrunde liegen, liest man am besten bei Wikipedia. In der Verordnung (EWG) Nr. 2092/92 der Europäischen Kommission wird die Verwendung des Gemeinschaftsemblems geregelt. Das „EU-Biosiegel“ ist ein sechseckiges, grün-schwarz-weißes Symbol, mit dem in Deutschland Lebensmittel und andere Produkte gekennzeichnet werden können, die den Kriterien der EG-Öko-Verordnung genügen. Offizielle Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Bio-Siegel Produkte die dieses Siegel tragen dürfen für die Bezeichnung eines Produkts nur dann benutzt werden, wenn mindestens 95 Prozent der Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs aus ökologischem Landbau stammen. Wasser, Salz, Hefe und die wenigen erlaubten Zusatzstoffe (sie sind im Anhang VI der EG-Öko-Verordnung aufgeführt und werden laufend geprüft) gelten als nicht-landwirtschaftliche Zutat und werden bei dieser Berechnung nicht berücksichtigt. Was danach beispielsweise erlaubt ist und was nicht kann man sehr gut au Geolino nachlesen (Bio-Siegel ). Die Gefahr für weitere Kopfschmerzen durch starke Pestizid-Belastungen der für den Ketchup verwendeten Tomaten ist jedenfalls um 95% reduziert.

Nachhaltig grillen lässt es sich aber nur mit Fleisch von einem der ökologischen Verbände Demeter, Bioland, Neuland, Naturland oder Biopark in dem die Bauern beispielsweise betriebseigene Futtermittel verwenden und auf artgerechte Tierhaltung wert legen. Dies erklärt mit ein paar schmalen Absätzen dann auch wieder Öko-Test . Berliner und Brandenburger, die den ökologischen Landbau in Berlin und Brandenburg fördern wollen können dies im Fördervein Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg .