Geschrieben von: Thomas Koch
Eine farbliche Kennzeichnung von Lebensmitteln wollte zuletzt auch Ilse Aigners Vorgänger Horst Seehofer erreichen. Der Lebensmittelindustrie ist das ein Dorn im Auge, denn sie befürchtet Umsatzverluste durch die Ampel-Kennzeichnung und schlagen einen differenzierteren GDA-Nährwertekompass als Kennzeichnung vor.
Im Kampf gegen Fehlernährung und Übergewicht hatte der ehemalige Bundesverbraucherminister Horst Seehofer 2007 zunächst ein Konzept für erweiterte und einheitliche Nährwertangaben auf Lebensmitteln vorgelegt. Die Eckpunkte für einen entsprechenden Leitfaden sahen vor, dass der Verbraucher künftig auf der Schauseite der Verpackung oder des Etiketts über den Kaloriengehalt des Produkts informiert wird. Außerdem sollen Verpackungen beziehungsweise Etiketten Angaben zu Fett, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz enthalten.
Eine deutliche Kennzeichnung von Fett, Zucker und Kalorien mit den Farben rot= zuviel, gelb = grenzwertig und grün = akzeptabel eine sogenannte Ampelkennzeichnung wie sie zum Beispiel in Großbritannien bereits üblich ist, sollte nicht forciert werden.
Mit dem "1 plus 4" genannten Modell (Brennwert plus Gehalte an Fett, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz), das eine Idee der Wirtschaft aufgreift, sollte unter anderem sichergestellt werden, dass die Informationen künftig für den Verbraucher leichter verständlich und besser vergleichbar sind.
Genau dieser Nutzen wurde aber zum Beispiel von der Verbraucherschutzorganisation foodwatch stets in Frage gestellt. Auch aufgrund der Proteste von foodwatch und auch der Verbraucherzentrale Bundesverband hatten sich im September die Verbraucherminister in Bund und Ländern für die verpflichtende Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln in Ampelfarben ausgesprochen.
Foodwatch forderte nun anlässlich des Wechsels an der Spitze des Bundesverbraucherministeriums die neue Ministerin Ilse Aigner auf, den Beschluss Ihres Vorgängers Seehofer und der Länderverbraucherminister zur Ampel durchzusetzen.


